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Myom-Sprechstunde

Diese Spezialsprechstunde kann ab 1.05.2019 nur von bereits in Behandlung befindlichen Patientinnen sowie Privatversicherten oder Selbstzahlerinnen in Anspruch genommen werden.



Muskelknoten der Gebärmutter oder Myome, wie der Fachbegriff lautet, sind gutartige Gewächse, die man bei sehr vielen Frauen fast jeden Alters findet. Die meisten leben ohne Beschwerden mit den Myomen, aber bei einigen Frauen löst die Myom-Erkrankung verschiedene Probleme aus, die zum Teil sehr störend sein können und die Lebensqualität einschränken. Dieses Krankheitsbild reicht von Blutungs­störungen über Unterleibsschmerzen wechselnden Charakters bis hin zu unerfülltem Kinderwunsch.

Da viele der betroffenen Frauen sehr unter den Myomen leiden, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht diesen Patientinnen zu helfen und in Zusammenarbeit den behandelnden Frauenärztinnen und Frauenärzten sowie mit anderen Gesundheitseinrichtungen regional und überregional für Sie da zu sein – mit unserer Myomsprechstunde am Rotes-Kreuz-Krankenhaus.

Was sind Myome?

Myome der Gebärmutter (Kurzform für sog. Leiomyome), sind gutartige (also nicht zu den Krebserkrankungen gehörende) Tumore, die von der Muskulaturschicht der Gebärmutter (Myometrium) ausgehen. Als Myome bezeichnet man Geschwülste, die aus Bindegewebe und glatter Muskulatur bestehen. Sie wachsen sehr langsam in der Wand oder am Rand der Gebärmutter. Sie bestehen aus Bündeln glatter Muskelzellen, die von Bindegewebe unterschiedlicher Stärke durchsetzt sind. Sie können sich aus der Muskelschicht der Gebärmutter zur Gebärmutterhöhle hin ausbreiten, innerhalb der Muskulaturschicht wachsen oder sich auf der Außenseite der Gebärmutter entwickeln. Myome können flach und großflächig aufsitzen oder gestielt sein, sie können schnell oder langsam wachsen, kontinuierlich oder mit Unterbrechungen. Mehr als 30 % aller Frauen sind betroffen, die meisten bleiben ohne Symptome, der Myomnachweis ergibt sich bei einer gynäkologischen Untersuchung. Im Falle eines starken Myomwachstums kann die Gebärmutter deutlich an Größe zunehmen und dabei ihre Organform stark verändern. Myome sind gutartig. Nur bei Muskelknoten, die in kürzerer Zeit erheblich an Größe zunehmen, besteht in Einzelfällen der Verdacht auf eine spezielle Krebserkrankung. Das ist aber eine große Ausnahme, Myome haben ansonsten keine Tendenz zur Umwandlung in Krebs.

Wie entstehen Myome?

Myome entstehen aus der Gebärmuttermuskulatur, einzelne Muskelzellen zeigen ein gesteigertes Wachstum. Jedes Myom entsteht aus einer einzelnen Muskelzelle der Gebärmuttermuskulatur. Warum manche Frauen Myome entwickeln, andere aber nicht, konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Die derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Ergebnisse weisen auf eine wesentliche Beteiligung der weiblichen Geschlechtshormone hin.

Welche Rolle spielen die Hormone?

Myome stehen unter der Kontrolle der weiblichen Geschlechtshormone. Dies sind in erster Linie die in den Eierstöcken gebildeten Östrogene. Sie spielen für das individuell sehr unterschiedliche Wachstum der Myome eine Rolle, die noch nicht endgültig erforscht ist. Sicher ist, dass es nach den Wechseljahren der Frau, wenn die körpereigene Östrogenproduktion abnimmt und schließlich aufhört, in den meisten Fällen ein Wachstumsstop oder sogar eine Rückbildung der Myome beobachtet wird. Gleichzeitig lassen meist auch die Beschwerden nach. Diese Erkenntnis hat bei der Behandlung von Myomen leider keine erfolgreichen Strategien gebracht. Aber sie ist wichtig für die Therapie von Myombeschwerden bei Frauen, bei denen die Wechseljahre bevorstehen.

Wer ist betroffen?

Vor dem 20. Lebensjahr treten Myome nur sehr selten auf. Am häufigsten sind Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr betroffen. Nach Eintritt der Wechseljahre wurde eine Neubildung von Myomen extrem selten beobachtet. Diese Tatsache belegt ebenfalls, dass Myome in ihrem Wachstum von den weiblichen Geschlechtshormonen (speziell den Östrogenen) abhängig sind. Nach Schätzungen treten bei 20 % bis 50 % aller Frauen Myome auf. Es gibt Anhaltspunkte für den Einfluss von Erbfaktoren. So haben zum Beispiel schwarze Amerikanerinnen häufiger Myome als weiße Amerikanerinnen. Unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit kann jede Frau im Laufe ihres Lebens ein Myom oder sogar mehrere Myome entwickeln. Hier bleiben so manche Fragen in der persönlichen Beratung ohne klare Antworten.

Welche Beschwerden können Myome verursachen?

Manche Frauen haben Myome, ohne es zu wissen. In diesen Fällen verursachen die Myome und ihr Wachstum offensichtlich keine Beschwerden. Auf der anderen Seite gibt es Frauen, die lediglich ein kleines, isoliertes Myom aufweisen und trotzdem über ausgeprägte, behandlungsbedürftige Beschwerden klagen. Der Sitz des Muskelknoten entscheidet viel häufiger über mögliche Beschwerden als dessen Größe. Häufige Beschwerden sind:

Symptome der Harnwege

Myome können auch auf das Harnsystem drücken. Dies führt üblicherweise zu häufigem Wasserlassen (mit nächtlichem Wasserlassen). Darüber hinaus können Myome auch zu einer Inkontinenz (Unvermögen, den Harn zurückzuhalten) beitragen und in seltenen Fällen den Blasenabfluss teilweise blockieren, so dass die Blasenentleerung erschwert ist. Gelegentlich kann eine vergrößerte Gebärmutter auch auf andere Teile des Harnsystems drücken und so den Harnabfluss aus den Nieren beeinträchtigen. Weiterhin treten manchmal auch Schmerzen oder Druck im Bereich des Rektums auf. Viele dieser Symptome treten zyklisch auf und nehmen an den Tagen vor und während der Regel zu. Bei entsprechender Größe der Myome können die Schmerzen und Beschwerden jederzeit auftreten.

Symptom Blutungsstörungen

Als häufigstes Symptom treten bei Myomen ungewöhnliche Blutungen auf, üblicherweise in Form von verstärkten Regelblutungen, meistens verbunden mit leberartigen Gerinnselbildung. Zur Blutgerinnung kommt es, weil das Blut länger in der Gebärmutter bleibt, bevor es in die Scheide abgegeben wird. Beim Abgang der Gerinnsel kann es zu starken Krämpfen kommen. Diese starken und häufig verlängerten Regelblutungen führen oft zur Anämie (Blutarmut).

Warum Myome verstärkte Regelblutungen auslösen, ist nicht bekannt. Eine ältere Theorie besagt, dass sich durch Myome die Muskelkontraktion (Zusammenziehen der Muskulatur) der Gebärmutter verändert und dass die Gebärmutter dadurch möglicherweise nicht mehr in der Lage ist, die Blutungsmenge während der Periode zu kontrollieren. Weiterhin ist gezeigt worden, dass Myome die Venen in der Gebärmutterwand einengen, was zu einer Erweiterung der Venen der Gebärmutterauskleidung führt. Mit zunehmendem Druck in den Venen kommt es dann zur Schwellung der Gebärmutterauskleidung und so zur Verstärkung der Regelblutung. Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass eine Vielzahl von Botenstoffen (Hormone, Wachstumsfaktoren) beteiligt sind, die offenbar im Unterschied zum normalen Gebärmuttergewebe in anderer Konzentration und Ausprägung im und um das Gewebe von Myomen vorhanden sind und die verstärkten Regelblutungen bei Myom-Patientinnen mit verursachen.

Für durch Myome ausgelöste verstärkte Regelblutungen ist nicht in erster Linie deren Größe und Anzahl, sondern vielmehr deren Lage entscheidend. Verstärkte Regelblutungen werden meist durch Myome ausgelöst, die tief in der Gebärmutterwand wachsen (intramural) oder Myome, die sich direkt unter der Innenauskleidung der Gebärmutter befinden (submukös). Sehr kleine Myome in der Gebärmutterwand oder Myome in der Außenschicht der Gebärmutter (subserös) verursachen üblicherweise keine ungewöhnlichen Blutungen. Da es viele weitere mögliche Ursachen für verstärkte Regelblutungen gibt, muss die Diagnostik bei betroffenen Patientinnen eine sorgfältige Erhebung der gynäkologischen Vorgeschichte sowie eine gründliche körperliche Untersuchung umfassen. Wenn eine Frau Myome hat, ist damit noch nicht gesagt, dass diese auch die Auslöser von ungewöhnlichen Blutungen sind. Andere Ursachen können eine Endometriumhyperplasie (krankhafte Verdickung der Gebärmutterauskleidung), Endometriumpolypen, Adenomyose oder auch Gebärmutterkrebs sein. Die wahrscheinliche Ursache kann oft anhand der gynäkologischen Vorgeschichte und körperlichen Untersuchung ermittelt werden; gelegentlich sind jedoch weiterführende Untersuchungen erforderlich.

Symptom Schmerz im Becken

Beckenschmerz ist ein weiteres Symptom. In seltenen Fällen kommt es zur Degeneration eines Myoms, d. h. zur spontanen Schrumpfung mit Narbenbildung aufgrund einer verminderten Blutzufuhr. Dies ist ein schmerzhafter Vorgang, der mehrere Tage oder Wochen andauern kann. Derart heftige Schmerzen sind jedoch selten. Wegen der Vielzahl möglicher Symptome, mit denen sich Myome bemerkbar machen können, ist zur Bestätigung der Diagnose immer eine gynäkologische Abklärung erforderlich.

Wenn es durch Myome zum Druck auf benachbarte Strukturen kommt, äußert sich dies üblicherweise in einem Druckgefühl oder anderen Beckenbeschwerden wie einem Schweregefühl, Blähungen, einem dumpfen Schmerz oder einer besonderen Empfindlichkeit der Myome selbst. Diese Beschwerden können sich bei körperlicher Betätigung, beim Nachvornebeugen oder während des Geschlechtsverkehrs verstärken. Mit zunehmender Größe können Myome auf die Nerven drücken, die das Becken und die Beine versorgen, wodurch Rücken-, Flanken- oder Beinschmerzen verursacht werden. Patientinnen klagen mit zunehmender Größe der Myome auch über stärker werdende Krämpfe während der Periode.

Myome und Kinderwunsch

Es ist vielfach behauptet worden, dass Myome zu Unfruchtbarkeit und / oder wiederholten Fehlgeburten führen können. Studien an unfruchtbaren Frauen, bei denen als einzige Ursache Myome identifiziert werden konnten, haben gezeigt, dass 40 bis 60 % dieser Frauen nach Myomektomie (chirurgische Entfernung der Myome ohne Entfernung der Gebärmutter) schwanger werden konnten. Da jedoch noch keine umfangreichen Studien vorliegen und eine Unfruchtbarkeit viele Ursachen haben kann, sollten nicht leichtfertig Myome als Ursache angenommen werden, ohne vorher sorgfältig nach anderen Gründen zu fahnden.

Weitere Informationen zum Thema Myome finden Sie unter www.uterus-myomatosusnet.net

Die Behandlung von Myomen

Wie werden Myome festgestellt?

Während der gynäkologischen Untersuchung ertastet Ihre Frauenärztin / Ihr Frauenarzt Größe, Form und Oberfläche der Gebärmutter. Meistens kann schon jetzt bei einer Gebärmuttervergrößerung der Verdacht auf ein oder mehrere Myome geäußert werden. Die Ultraschalluntersuchung ist die wichtigste diagnostische Möglichkeit zur Abklärung von Größe und Lage der Muskelknoten.

Wann sind Myome behandlungsbedürftig?

Falls bei Ihnen ein Myom als Zufallsbefund festgestellt wurde, ohne dass es Beschwerden verursacht und keine deutliche Größenzunahme bei Kontrolluntersuchungen festgestellt wurde, ist keine sofortige Behandlung notwendig. Ihre Frauenärztin / Ihr Frauenarzt wird Sie dann aber regelmäßig zu Ultraschallkontrollen einbestellen, um das Myomwachstum zu überwachen. Myome werden immer dann behandelt, wenn sie Beschwerden verursachen.

Welche Ziele hat die Behandlung?

Welche Form der Behandlung Ihnen vorgeschlagen wird, hängt entscheidend von Ihren Beschwerden, den erhobenen Befunden und dem verfolgten Ziel ab, welches durch die Behandlung erreicht werden soll. Insgesamt geht es immer um eine Verbesserung der Lebensqualität.

Ziele der Myombehandlung:

  • Behebung der Blutungsstörungen / Blutarmut
  • Linderung von Schmerzen, Druckgefühl oder anderen Beschwerden
  • Behebung einer ungewollten Kinderlosigkeit
  • Verkleinerung der Myome und der Gebärmutter
  • Vorbereitung zur Erleichterung eines geplanten operativen Eingriffes
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Sollte Ihnen das festgestellte Myom Beschwerden bereiten, ist auf jeden Fall eine Behandlung zu bedenken. Es stehen viele Behandlungsstrategien für Sie bereit, organentfernende und organerhaltende! Prinzipiell besteht bei allen gebärmutter­erhaltenden Behandlungsmaßnahmen, den operativen sowie den nicht operativen, die Möglichkeit, dass Myome nach einigen Jahren erneut entstehen und wieder Beschwerden bereiten.

    Hier die verschiedenen Behandlungsoptionen im Einzelnen:

    Keine Behandlung

    Wenn die Myome bei Ihnen keinerlei oder nur geringe Beschwerden oder Blutungsstörungen verursachen sowie keine ungewollte Kinderlosigkeit oder wiederholte Fehlgeburten bei Ihnen vorliegen, sind keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen. Dennoch sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse zur Kontrolle regelmäßig eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen. Sollte dabei eine deutliche Größenzunahme des Myoms beobachtet werden, so ist gelegentlich auch ohne Beschwerden eine Behandlung zu diskutieren.

    Medikamentöse Behandlung

    Viele Ärzte raten ihren Patientinnen vor der Operation zu einer medikamentösen Vorbehandlung, um die operative Ausgangssituation zu verbessern. Hierzu werden 2 Arten von Medikamenten aus der Klasse der sogenannten GnRH-Agonisten verabreicht. Ziel ist es, die Bildung der Östrogene für die Dauer der Behandlung zu unterdrücken, um die bestehenden Beschwerden zu lindern und die Myome zu verkleinern. Als Folge bleibt die monatliche Regelblutung meist ganz aus. Leider hat diese Behandlung bei vielen Frauen erhebliche Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Depressionen und Abnahme der Knochendichte zur Folge. Wir empfehlen diese Behandlung nur noch selten. Ein weiteres Medikament mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (Esmya®) führt ebenfalls zu einer Verkleinerung von Myomen und zur Blutungsfreiheit ab dem 2. Monat der Anwendung. Damit wird vielen Patientinnen bis zum geplanten Operationstermin eine deutliche Erleichterung und Verbesserung der Lebensqualität verschafft. Es kommt ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung des Blutbildes. Dadurch wird die Narkose und Operation meist besser verkraftet. Ulipristalacetat verursacht keine wechseljahresähnlichen Nebenwirkungen, Allerdings fehlen hier noch – wie bei jedem neuzugelassenen Medikament – Langzeitstudien. Die Behandlungsdauer ist auf 3 Monate beschränkt.

    Myomzerstörung ohne Operation

    Myomembolisation

    Hierbei führt der Radiologe einen dünnen Katheterschlauch über ein Blutgefäß in der Leiste bis hin zum blutversorgenden Gefäß des Myoms. Dort werden dann kleine Kügelchen plaziert, die das Blutgefäß verstopfen und so den Blutfluss zum Myomgewebe unterbrechen. Das Myom wird »ausgehungert«, es bildet sich zurück. Manche Patienten haben Sorge, dass die Kügelchen während der Behandlung ins Bein oder ins Gehirn wandern könnten. Das ist ausgeschlossen. Die Ärzte positionieren den Katheter genau vor den Myom versorgenden Gefäßen. Die Kügelchen können mit dem Blutstrom nur in eine Richtung gelangen, nämlich nur in das Myom. Dort werden sie später mit dem entstehenden Narbengewebe verwachsen und können nicht irgendwo anders hin in den Körper gelangen. Die Embolisat-Kügelchen verbleiben lebenslang im Gewebe. Es erfolgt also keine Operation.

    Mit dieser Methode lässt sich eine Schrumpfung von Gebärmuttermyomen um etwa 50% erreichen; bei 4 von 5 Frauen ist die Methode erfolgreich – eine deutlicher Rückgang oder ein gänzliches Verschwinden der Beschwerden stellt sich ein. Ein 2 – 3 tägiger Klinikaufenthalt ist allerdings erforderlich. Dieses Verfahren ist sicher, so komplikationsarm wie die operativen Verfahren und wissenschaftlich gut belegt.
    In seltenen Fällen kann das sogenannte »ExAblate System« angewandt werden. Dabei werden die Magnetresonanztomographie (MRT) mit der fokussierten ultrasonografischen Thermoablation kombiniert. Dieses Verfahren wird in wenigen Spezialkliniken durchgeführt und ist wissenschaftlich noch umstritten.

    Organerhaltende Operationen

    Myomentfernung

    Die Myomausschälung ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem nur die Myome entfernt werden und die Gebärmutter erhalten bleibt. Es gibt verschiedene Wege, um das Myom auszuschälen, wobei je nach Lage, Größe und Zahl der Myomknoten der Weg über die Scheide (hysteroskopisch), eine Bauchspiegelung (laparoskopisch) oder der Bauchschnitt gewählt wird. Alle Eingriffe werden in der Regel in Vollnarkose durchgeführt und erfordern nach der Operation einen mehrtägigen Klinikaufenthalt.

    Myomentfernung durch Gebärmutterspiegelung

    Sog. Hysteroskopie: Befindet sich das Myom im Gebärmutterinnenraum, d. h. ist es in die Gebärmutterschleimhaut gewachsen, kann es mit einer Elektroschlinge abgetragen werden. Dazu wird zunächst der Gebärmutterhals vorsichtig aufgedehnt, dann wird ein Spezialinstrument in die Gebärmutterhöhle eingeführt und das Myom nach Aufdehnen des Innenraumes mit einer speziellen Spüllösung schrittweise abgetragen. (Dieser Eingriff wird meist als ambulante Operation durchgeführt.)

    Endometriumablation

    Empfohlene Vordiagnostik:

    Die Endometriumablation sollte normalerweise zweizeitig erfolgen. Blutungsstörungen müssen zunächst durch eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und eine Ausschabung (Abrasio) abgeklärt sein. Dabei wird nur die oberflächliche Schleimhaut abgeschabt. Wenn das Ergebnis der feingeweblichen Diagnostik (Histologie) in Ordnung ist, so kann die Entfernung der Schleimhaut mitsamt der sie immer wieder zyklisch neu bildenden Zellschicht in der Gebärmuttermuskulatur sicher durchgeführt werden. Zur Optimierung der Behandlungsergebnisse wird nach der Ausschabung für 4 Wochen eine medikamentöse Vorbehandlung durchgeführt (die Schleimhaut wird dabei medikamentös künstlich reduziert). Dies lässt sich durch die Gabe eines Gelbkörperhormons erzielen. Wir werden Sie bei der Vorbereitung auf die Endometriumablation über das für Sie optimale Vorgehen informieren.

    Sie können davon ausgehen, dass 80 – 90% der Patientinnen mit dem Ergebnis der Endometriumablation zufrieden sein werden. Dabei ist es das Ziel der Operation, eine zunächst deutliche Abschwächung, eine Normalisierung oder eine nur noch schwach einsetzende Regelblutungsstärke zu erreichen. Die Anzahl der Frauen, die nach dem Eingriff gar keine Blutung mehr haben werden (Amenorrhoe = vollkommene Blutungsfreiheit ) ist abhängig von nicht bekannten Faktoren, sie liegt bei etwa 50%, d. h. jede 2. Frau wird nach dem Eingriff nicht mehr bluten. Wie lange der Effekt der Endometriumablation anhalten wird, ist ebenfalls individuell unterschiedlich. Versager der Methode, d. h. es wird keinerlei Einfluß auf die Blutungsstärke trotz sachgerecht durchgeführter Ablation erreicht, finden sich vor allem bei einer vergrößerten oder knotig veränderten Gebärmutter (Myome). Die Rate derjenigen Frauen, die sich trotz durchgeführter Endometriumablation die Gebärmutter doch noch entfernen lassen, liegt unter 10%, d. h. 90% der Frauen leiden nicht mehr unter der starken Blutungsproblematik mit allen möglichen Folgeproblemen und haben trotzdem ihre Gebärmuter behalten.

    Myomentfernung durch Bauchspiegelung

    Sog. Laparoskopie: Diese Art der Entfernung eignet sich vor allem für Myome, die sich größtenteils an der Außenseite der Gebärmutter befinden. Durch einen kleinen Schnitt am Bauchnabel wird eine Hülse mit einer Kamera sowie im rechten und linken Unterbauch zwei weitere Instrumente in den Innenraum der Bauchhöhle eingebracht. Um operieren zu können, wird der Bauchraum vorher mit Kohlendioxidgas aufgedehnt. Die Myome werden aus der Gebärmutter herausoperiert und die entstehenden Wunden werden durch eine Naht verschlossen.

    Myomentfernung durch einen Bauchschnitt

    Unter Umständen ist es auch einmal nötig, einen Schnitt durch die Bauchdecke zu machen, um die Myome, die tief in der Gebärmutter liegen und sehr groß sind, zu entfernen. Dies wird auch dann nötig sein, wenn sehr viele Myome vorhanden sind und eine Gebärmutterrekonstruktion gewünscht wird. Nach Eröffnung der Gebärmutter und Entfernung der Myome wird die Gebärmutter wie auch der Bauchschnitt durch mehrschichtige Nahtreihen wieder zugenäht.

    Gebärmutterentfernung

    Die Entfernung der gesamten Gebärmutter kann je nach Größe des Organs durch die Scheide, per Bauchspiegelung, kombiniert per Bauchspiegelung und durch die Scheide oder, bei einer sehr großen Gebärmutter, auch durch einen Bauchschnitt durchgeführt werden. Die aufgeführten Operationsverfahren werden in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und erfordern 3 bis 7 Tage Krankenhausaufenthalt sowie eine drei- bis vierwöchige Erholungszeit. Eine Schwangerschaft ist danach nicht mehr möglich. Nur wenn der Gebärmutterhals stehen bleibt, tritt danach in einigen Fällen noch eine leichte Schmierblutung auf. Ansonsten wird es auch keine Regelblutung mehr geben.

    Zusammenfassung

    Jede Frau mit Myomen kann unterschiedliche Beschwerden und Probleme haben. Deshalb muss die Auswahl der geeigneten Behandlungsmöglichkeiten immer Ihre persönlichen Umstände und Wünsche berücksichtigen. In enger Zusammenarbeit mit Ihrem Frauenarzt / Ihrer Frauenärztin, die meist die Erkrankung bei Ihnen festgestellt hat, zeigen wir Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten individuell auf und führen Sie der optimalen Behandlung zu.Für welche Behandlungsmöglichkeit Sie sich letztendlich nach unserer Beratung auch entscheiden, Sie sollten wissen, dass Myome heute erfolgreich behandelt werden können. Die Gebärmutter kann in vielen Fällen durch eine medikamentöse Behandlung bzw. durch verbesserte Operationsverfahren erhalten werden. Dabei ist die Gebärmutterentfernung immer nur eine unter mehreren Behandlungsverfahren. Ihre Entfernung sollte immer erst nach intensiver Erörterung von Vor- und Nachteilen gebärmuttererhaltender Therapien erfolgen.

    Die Gebärmutter ist das zentrale Organ im Unterbauch der Frau. Es ist nicht nur für die Lebensphase der Familienplanung da. Vor einer Entfernung sollte immer geklärt werden, ob organerhaltende Therapieverfahren Ihre Beschwerden ausreichend lindern oder beseitigen können. Bitte besprechen Sie alle weiteren Fragen nochmals mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt und treffen Sie Ihre Entscheidung nach vertrauensvoller Aufklärung und Beratung.

    Unsere Myomsprechstunde findet im Rotes-Kreuz-Krankenhaus statt.
    Für unsere Myomsprechstunde können Sie sich unter unserer freecall-Nummer anmelden: 0800 7237322.

    Bei speziellen Fragen oder Problemen wenden Sie sich per e-mail an: info@umlandt-bremen.de.

    Die 10 am häufigsten gestellten Fragen

    Können Myome bösartig werden?

    Myome entarten nicht, d. h. ein Bösartigwerden von Myomen kommt praktisch nicht vor.

    Machen Myome immer Beschwerden?

    Oft sind Gebärmuttermyome symptomlos, d. h. sie machen keine Beschwerden, obwohl sie relativ groß sind.

    Müssen Myome ohne Beschwerden behandelt werden?

    Nur solche Myome müssen behandelt werden, die auch Beschwerden verursachen. Myome, die keinen »Krankheitswert« haben oder z. B. die im Rahmen einer Schwangerschaft stören wür den, erfordern keine Therapie.

    Was sind typische myombedingte Beschwerden?

    Frauen mit Myomen berichten über ein oder mehrere der folgenden Symptome:

    • verstärkte und verlängerte Monats­blutung
    • Schmerzen im Unterleib
    • Druck, Fremdkörpergefühl oder
    • Schwere im Beckenbereich
    • Schmerzen im Rücken oder in die
    • Beine ziehend
    • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
    • Druckgefühl auf der Harnblase mit
    • vermehrtem Harndrang
    • selten Druckgefühl auf den Darm,
    • u. U. verbunden mit Schmerzen und Blähungen
    • selten stark vergrößerter Bauchumfang
    Müssen Myome immer operiert werden?

    Behandlungsbedürftige Myome können heute sowohl durch eine Operation – meist minimal-invasiv – als auch durch ein nicht-operatives radiologisches Verfahren erfolgreich therapiert werden. Individuell sollte in einem gemeinsamen Arzt / Ärztin-Patientin-Gespräch nach einer Ultraschall-Untersuchung beraten werden, welches Verfahren möglich und welche Methode aus medizinischen Gründen nicht durchführbar ist.

    Sind nach der Behandlung durch Embolisation oder mit dem fokussierten Ultraschall die Myome ›verschwunden‹?

    Neben den durch Frauenärzte durchgeführten häufig minimal-invasiven Operationsverfahren zur Myombehandlung gibt es inzwischen auch zwei nicht-operative Verfahren zur Myomtherapie, die von Radiologen in Strahlenkliniken durchgeführt werden.
    Sowohl mit der Embolisation als auch durch die Behandlung mit MRT-gelenktem fokussierten Ultraschall wird eine Verkleinerung der Myome, d. h. eine Schrumpfung um 30 bis 50% je nach Methode erreicht.

    Kann man mit einem Myom schwanger werden?

    Eine Schwangerschaft ist auch mit einem Myom möglich, insbesondere dann, wenn es sich um ein kleines und / oder außen an der Gebärmutter befindliches Myom handelt.
    Wie lange sollte man nach einer Myomoperation mit einer Schwangerschaft warten?
    Es wird allgemein empfohlen 3 Monate nach einer Myomoperation nicht schwanger zu werden. Danach sollte eine Schwangerschaft möglich sein.

    Was geschieht nach den Wechseljahren mit Myomen?

    Mit bzw. nach den Wechseljahren (Menopause) kommt es zu einem Absinken des Östrogenspiegels, eines weiblichen Geschlechtshormons, welches das Myomwachstum stimuliert, so dass die Myome schrumpfen und die mit den Myomen verbundenen Beschwerden verschwinden.

    Welche Behandlungsmöglichkeit kommt für Sie in Frage?

    Sowohl die operativen als auch die nicht-operativen Verfahren haben Vorteile, aber auch Risiken und Nebenwirkungen. Nicht für jede Patientin ist jedes Behandlungsverfahren geeignet, denn neben Ihren Wünschen sind vor allem die Größe, Lage und Zahl der vorhandenen Myomknoten entscheidend. Ebenso sollte in die Entscheidungsfindung einfließen, ob Sie einen Kinderwunsch haben oder ob Sie prinzipiell einen Erhalt der Gebärmutter wünschen oder nicht.